TS Photoline 70 FPL-53 Apochromat

Schon lange wollte ich mir einen kleinen Apochromaten speziell für die Fotografie zulegen, denn immer wieder war ich von den Ergebnissen meines Astrokollegen begeistert, die er mit einem 65 mm Flatfield-Apo erzielte.

Nun habe ich mir den Photoline 70 mm FPL-53 Triplet Apo von TS-Optics gekauft. Einige Zeit habe ich nach dem für mich richtigen Modell gesucht, denn die Auswahl war nicht gerade klein. Es sollte möglichst ein Dreilinser sein (Triplet) ohne eingebauten Korrektor, weiter sollte das Teleskop uneingeschränkt mit 2 Zoll-Zubehör visuell nutzbar sein und nicht deutlich mehr als 2 Kilo wiegen. Des Weiteren sollte die Brennweite nicht zu hoch sein, da ich mit einem Korrektor deutlich unter 400 mm kommen wollte. Nicht schlecht wäre auch ein eingebauter Sucherschuh.

Die Wahl viel dann auf den Photoline 70, bis auf den fehlenden Sucherschuh - das für mich perfekte Teleskop. Das 3-linsige Triplet-Objektiv ist frei von Farbfehlern und hat 420 mm Brennweite. Mit dem 0,79x Photoline-Korrektor/Flattener kommt man auf eine Brennweite von 331 mm und kann mit einem APS-Sensor ein Feld von 3,7 x 2,2 Grad abbilden. Visuell ist der Photoline problemlos ohne umständlichen Umbau und mit 2" Zubehör nutzbar - auch ohne einen kurzbauenden Zenitspiegel. Der Apo ist mit 1,86 kg ein Leichtgewicht. Leider ist kein Sucherschuh angebaut, der unter Zubehör empfohlene Sucherschuh finde ich viel zu groß und eine Befestigungsmöglichkeit ist nicht vorhanden. Da der Apo zusammen mit einem Leitrohr auf eine kleine Doppelschiene kommt, ist da aber genügend Platz für einen Sucher vorhanden.

Der 2-Zoll Okularauszug ist sehr stabil und trägt auch schwere Kameras. Er ist mit einem Zahntrieb ausgestattet, mit einer 1:11 Untersetzung, kugelgelagert und läuft satt ohne zu verkippen. Ein Reduzierstück auf 1 1/4" ist im Lieferumfang. Die Taukappe kann eingeschoben werden, so dass ein Transportmaß von gerade mal 31,5 cm vorhanden sind. Der Staubschutzdeckel ist aus Metall. Geliefert wird der Apo in einem Karton, der in einem zweiten Karton liegt und gut mit Schaumstoff ausgepolstert ist (Bild rechts). Der Tubus wird von einer Rohrschelle mit einer Adapterplatte sehr stabil gehalten. An der Adapterplatte sind zwei Gewinde für 3/8"-Schrauben eingelassen.

Links ist der Aufbau wie er auf der Montierung zum Einsatz kommt zu sehen. Auf einer kleinen Doppelbefestigung im Vixen-Level, wird der Apo und ein 3-fach Sucherhalter von Omegon auf einem extra montierten Sucherschuh - der eigentlich für den Photoline vorgesehen war, montiert. Darauf befindet sich ein kleines Minileitrohr und ein 6x30-Sucher. Die zweite Vixen-Klemme links, habe ich nicht abmontiert, um sie auf irgend einer anderen Art und Weise verwenden zu können. Auf die Doppelschiene kommt dann die 3"-Adapterplatte.

So ein hochwertiges Instrument wirft man nicht einfach in eine Tasche, sondern verstaut es  in einen gut gepolsterten Koffer mit Würfelschaumstoff, den man sich nach seinem Equipment gestalten kann. Darin befindet sich nun sicher und gut geschützt der Apo, das Leitrohr, ein 2"-Zenitspiegel und der Reducer/ Flattener (Abb. rechts).

Ein Flattener (Korrektor) ist Pflicht, wenn man die volle Leistung eines Apochro-maten fotografisch ausschöpfen will.

Dieser Bildfeldebner ebnet - wie der Name schon sagt, das mehr oder weniger gekrümmte Bildfeld eines Refraktors und sorgt für mehr Schärfe und runde Sterne bis in die Bildecken. Der TS Photoline 0.79x - Flattener reduziert die Brennweite auf 331 mm und die Belichtungszeit verkürzt sich auf 62% bei einem Öffnungsverhältnis von 4.7. Der Abstand T2-Gewinde Korrektor zum Kamerasensor sollte genau 65 mm sein. Mit einer 15 mm langen T2-Verlängerungshülse, kam ich ziemlich genau auf diesen Wert.

Die Schärfeleistung und die Korrektur über das ganze Feld sind ausgezeichnet. Die Ergebnisse - besonders an großflächigen Objekten, die man mit so einem kleinen Instrumet ereichen kann, sind erstaunlich.