Stromkiste für den mobilen Einsatz

Seit ich CCD-Astrofotografie betreibe, sind die Anforderungen an den Energieverbrauch drastisch gestiegen. Ein Laptop muss über mehrere Stunden mit Strom versorgt werden, sowie die Kamera und die Montierung. Anfangs tat es noch eine um die 35 Ah starke Starterbatterie. Diese hielt aber  des Öfteren nicht die ganze Nacht durch, so dass ich die interne KFZ-Batterie anzapfen musste. Als dann noch eine CCD-Kamera mit aktiver Peltier-Kühlung und Heizbänder dazu kamen, musste ein stärkerer Akku besorgt werden. Ein Bleigel-Akku ist dafür bestens geeignet, 80 Ah sollten ausreichend sein.

Natürlich muss nun beim Aufbau zuerst mühselig die Verkabelung hergestellt werden (Polklemmkabel, KFZ-Verteilerbuchse), und am Ende hat man einen schönen Kabelsalat.  

Mein Beobachtungskollege Bernd Schneider (www.meine-sternwarte.de) empfahl mir, den Akku doch in eine geeignete Kiste mit integrierten Anschlussbuchsen zu setzen - so wie er es bereits realisiert hatte. Weiter schlug er vor, am besten XLR-Stecker aus dem Mikrophon-Bereich zu verwenden - die Herstellung der Anschlussplatte aus Metall sowie die komplette Verkabelung übernahm er. An dieser Stelle nochmals herzlichen Dank an Bernd!

Als Kiste bestellte ich einen Systainer in Größe 4 (Classic Line) von Tanos, die es um etwa 50.- € gibt. Sie sind stabil und hochwertig. Die Breite des Systainers ist optimal für den oben genannten Akku, und mit etwas Styropor konnte er gut fixiert werden.

Ein entsprechend großes Stück musste aus der Frontseite für die Anschlussplatte mit der Stichsäge heraus gesägt werden. Weitere Arbeiten waren an dem Systainer nicht erforderlich. Im Bild oben sieht man die fertige Akku-Kiste mit der Frontplatte. Die Abbildung oben links zeigt die Verkabelung im innern. Für jede Anschlussbuchse ist eine Sicherung vorgeschaltet. Am Akku oben rechts, ist noch ein kleiner Akku-Wächter eingebaut, über ein Smartphone kann der aktuelle Ladezustand des Akkus abgerufen werden.

Im Bild rechts, sieht man die Anschlussplatte im Detail. Es sind 5 XLR-Buchsen eingebaut, sowie eine

KFZ-Buchse die speziell für das Laptop vorgesehen ist. Die XLR-Stecker werden beim einstöpseln  in die Buchsen automatisch verriegelt  und haben dadurch einen sicheren Halt. Das war auch der Grund für den Wechsel auf das XLR-Stecksystem.

Links im Bild der Systainer mit seinem großem Tragegriff. Das ganze wiegt um die 28 kg. Leider habe ich in der Garage keinen Netzanschluss und muss die Kiste zum Aufladen in den Keller tragen. Das ist schon ein enormer Kraftakt!

Bei allen Verbrauchern (Montierung, CCD-Kamera,

USB-Hub und Heizbänder) mussten die KFZ-Stecker natürlich noch auf XLR-Stecker getauscht werden. Da ich über die kalte Jahreszeit überwiegend auf meinem Balkon beobachte und dort den Strom über ein Netzteil ziehe, musste ich mich auch dort nach einen XLR-Verteiler umschauen. Käuflich sind diese sehr teuer und hätten evtl. auch nicht den eigentlichen Zweck erfüllt, da sie ja im Mikrophon- Bereich eingesetzt werden. Eventuell hätte man  die Verkabelung verändern müssen. Also war Selbstbau angesagt.

Als Gehäuse nahm ich eine kleine Allzweckkiste aus Holz und besorgte die benötigten Teile. Mit einem

Forstnerbohrer wurden die 5 Löcher ausgebohrt und danach die Kiste lackiert. Danach die Verkabelung vorgenommen, die Buchsen befestigt und ein Kabel mit Stecker und Kupplung mit offenem Ende für das Netzteil nach außen geführt. Zu guter Letzt noch ein passender Deckel darauf und fertig war das Verteilerkästchen.Reine Materialkosten etwa 20.- €.