Meine Sternwarte

Nachdem ich mir im August 1993 ein "richtiges" Teleskop gekauft hatte, entschloss ich mich im Herbst gleichen Jahres  eine kleine Sternwarte zu bauen. Der Garten meiner Eltern  bot genügend Platz und war auch recht dunkel.

Nachdem der Standort an der Südseite des Wohnhauses feststand, ging es also Ende Oktober los mit dem betonieren des Fundamentes. Schnell waren auch die Wände hochgezogen, verputzt und gestrichen.

 

Die größte Herausforderung war   das bewegliche und abfahrbare Dach. Mit Kanthölzern, Profilbrettern, unzähligen Winkeleisen und Schrauben baute ich das Dach zusammen. Nachdem es fertig war, kam noch eine Holzkonstruktion seitlich an die Sternwarte auf der das Dach abgefahren werden konnte. Als Wetterschutz kam Dachpappe und Bitumen-Wellplatten auf das Dach.  

 

 

Anfangs lief das Dach auf Möbellaufrollen, verkantete aber immer wieder und war dadurch schwer zu bewegen. In die Führungen legte ich dann über die ganze Laufstrecke ein L - bzw. Winkeleisen das wie ein auf dem Kopf stehendes V auflag. Mit entsprechenden Rollen mit einer Nut, lief das Dach nun wie auf Schienen und war sehr leichtgängig.

 

 

 

 

Ende des Jahres wurde die Betonsäule gegossen, der Stromanschluss installiert und letzte Innenarbeiten erledigt, so dass die Sternwarte nach  gut zweimonatiger Bauzeit zum Jahresanfang 1994 fertig war. First Light war am 4. Januar. Ja, es war schon toll mit einem fertig aufgestellten, ausgerichteten und ausgekühlten Instrument sofort loslegen zu können.

Die Abbildung unten links, zeigt das Celestron 8 auf der Betonsäule. Das mittlere Bild zeigt die Sternwarte bei geschlossenem Dach und das Teleskop in Parkposition. Vor der Sternwarte, habe ich mir noch eine kleine Beobachtungsplattform errichtet, um von dort aus auch mit dem großem 12,5" Starfinder vom Meade beobachten zu können (Bild rechts).

      

Das C8 auf der Betonsäule

 

Dach geschlossen

 

Beobachtungsplattform

Schon so manches Teleskop war in der Sternwarte:

      

4-Zoll Refraktor Vixen 102M

 

10-Zoll Parks Newton

 

8-Zoll Meade Schmidt-Newton

Als mich der große Komet Hale-Bopp 1997 zwang auf das freie Feld zu gehen, und ich da zufälligerweise auf Gleichgesinnte traf, wurde die Sternwarte im Laufe der Zeit immer weniger genutzt. Auch störte die eingeschränkte Sicht aus der Warte, denn Kometen rückten immer mehr in meinen Beobachtungsschwerpunkt und diese waren natürlich nicht immer in südlicher Himmelsrichtung positioniert. Beschäftigt man sich auch noch mit der Fotografie, ist natürlich die zunehmende Lichtverschmutzung in Städten und Gemeinden ein Problem. Heute fristet die Sternwarte ein Schattendasein und wird eher als Gerätehäuschen genutzt.