Große Kometen - Erlebnisbericht

Seit 1990 bin ich begeisterter Kometenbeobachter und habe bis dato 142 Kometen beobachtet. Zum ersten mal wurde ich 1985/86 auf Kometen aufmerksam, als ich hörte dass die Raumsonde Giotto den Kometen 1P/Halley im März 1986 in nur knapp 600 km Abstand passieren sollte. Ich verfolgte das Ereignis Live im Fernsehen und war von dem Kometenkern fasziniert. Natürlich wollte ich Halley auch selbst beobachten, das mir aber Mangels Kenntnis und Erfahrung misslang.

Erst 1990 mit den beiden recht hellen Kometen Levi (1990c) und Austin (1990v) konnte ich mit meinem bescheidenen 6 cm-Fernrohr die ersten beiden Kometen beobachten. Es dauerte dann auch nicht  sehr lange, bis zwei Große Kometen am Himmel auftauchten - 1996 Hyakutake (C/1996 B2), und 1997 Hale-Bopp (C/1995 O1).

Komet C/1996 B2 (Hyakutake)

Der Große Komet von 1996 Hyakutake war für mich bis jetzt der eindrucksvollste Komet. Das lag zu einem daran, dass er so überraschend auftauchte, ein Spektakel am Himmel bot, und nach ca. einer Woche auch schon wieder verschwand. Zum anderen natürlich, dass er ein heller und Großer Komet war.

Hyakutake kam wirklich sehr überraschend und aus dem nichts - zumindest war das bei mir so. 1996 hatte ich noch kein Internet, Astro-Zeitschriften konnten nicht so Aktuell sein, und das damalige Kometenzirkular das per Post verschickt wurde, konnte auch nicht so schnell reagieren. So erfuhr ich im Fernsehen in den heute-Nachrichten von dem Meteorologen Dieter Walch etwas von einem hellen Kometen der mit dem bloßem Auge zu sehen sein sollte. Der Komet sollte im Sternbild Bootes sichtbar sein und weiter zum Großen Wagen ziehen. Der Name klang Japanisch - wie war das nochmal? Yoko... - was? Ich schaute in die Zeitschrift "Sterne und Weltraum" in den Kometenteil, tatsächlich war ein Komet aufgeführt mit dem Namen Hyakutake (C/1995 Y1). Allerdings sollte dieser in der Nähe des Sternbilds Delphin stehen und nur 8m6 hell sein - kein Fall für das bloße Auge! Gut dachte ich mir, schau doch mal am nächsten klaren Morgen nach ob da wirklich was ist. Erwartet habe ich nicht viel, denn ich nahm die Kometen-Meldung im Wetterbericht eigentlich gar nicht richtig ernst.

Am frühen Morgen des 20. März war es dann soweit. Ich öffnete um 4:45 Uhr das Dach meiner Sternwarte, und mein Blick ging gleich Richtung Osten über das Sternbild Delphin - nichts! Als ich das Gebiet mit dem Sucher abgrasen wollte, viel mir im Augenwinkel halbhoch im Süden ein ungewöhnliches, helles Glimmen auf. Sofort schwenkte ich mein Teleskop auf das seltsame Objekt und war erstmal baff! Ja, das muss er doch sein! Ich war aber doch ziemlich verwirrt - Delphin und Bootes liegen 90° auseinander - irgendwas stimmte da doch nicht. Jedenfalls beobachtete ich den Kometen gut eine halbe Stunde lang und schätzte ihn auf 3-4 mag. Es war doch ein ziemlicher dicker Nebelklecks am Himmel, jedoch noch ohne Schweif. Später erfuhr ich dann, dass es zwei Hyakutake-Kometen gab - der zweite eben oberhalb des Sternbilds Delphin, genauer im Füchschen.

Hyakutake wechselte nun schnell an den Abendhimmel, aber leider wurde das Wetter wieder schlechter, doch am Abend des 21. März gab es größere Wolkenlücken, so dass ich Hyakutake von 22:45 Uhr an nahe dem Stern Arkturus am Osthimmel sehr gut mit bloßem Auge sehen konnte - aber noch Schweiflos.

Zwei Tage später am 23. März, klarte es am Abend auf aber es bildete sich im Tal Nebel. Also ging es hinauf in den Welzheimer Wald wo noch klare Sicht war. Gleich nach dem aussteigen aus dem Fahrzeug, bot sich ein beeindruckender Anblick des Kometen. Hyakutake stand nun ein gutes Stück östlich des Sterns Arkturus, aber noch mitten im Sternbild Bootes. Die Koma hatte weiter an Helligkeit zugenommen -ich schätzte etwa 2 mag, und es war nun wirklich ein deutlicher, ca. 10° langer Schweif zu sehen - ein wunderschöner Anblick. Ich belichtete 30 sek mit stehender Kamera (Abb. rechts), kurz bevor nun auch hier der Nebel aufzog.

Am 25. März passierte der Schweifstern die Erde in 15 Mio. km Abstand - astronomisch betrachtet ist das sehr nah! Dabei wanderte er rasant über den Nordhimmel und war nun Zirkumpolar. Noch wenige Tage, dann würde der Komet am Nordwesthorizont wieder verschwinden. Diese Nacht versprach klar zu werden, aber mit nicht ganz optimalen Bedingungen. Es gab etwas Schleierbewölkung und der zunehmende Mond stand am Himmel, der aber um kurz nach 1 Uhr untergehen sollte. Diesmal hatte ich Teleskop und Montierung dabei, um nun auch endlich mal Langbelichtungen zu machen. Visuell konnte ich den Schweif gut 20° verfolgen, fotografisch auf dem Bild unten rechts sind es 45° Schweiflänge. Auf Höhe des mittleren Deichselstern, ist ein Schweifabriss sowie eine Verwirbelung zu erkennen. Die Helligkeit der Koma dürfte in dieser Nacht weit unter 1 mag gelegen haben.

 

      

25.3.1996 80 mm-Objektiv

 

25.3.1996 200 mm-Objektiv

 

26.3.1996 35 mm-Objektiv

 

Das Wetter blieb weiterhin wechselhaft. Doch am späten Nachmittag des 27. März nach dicken Wolken und Schneeregenschauer, riss der Himmel vollständig auf und es folgte eine klare Nacht mit sehr guter Transparenz. Zwar stand der Halbmond am Himmel, aber trotzdem war der Komet einwandfrei zu sehen. Ich beobachtete und fotografierte aus meiner Sternwarte heraus wieder mit verschiedenen Objektivbrennweiten und mit dem Teleskop.

 

      

27.3.1996 70 mm-Objektiv

 

27.3.1996 200 mm-Objektiv

 

27.3.1996 C8 bei 2030 mm

 

Noch am gleichen Abend nahm ich mir vor, nach Mitternacht und Monduntergang am Morgen des 28. März nochmals in den Welzheimer Wald zu fahren um den Kometen vielleicht  ein letztes mal unter den exzellenten Bedingungen zu Beobachten.

Hyakutake zeigte Dank des dunklen und sehr klarem Himmels seine volle Pracht. Es war ein phantastischer Anblick wie der Komet etwas links unterhalb des Polarsternes stand und sein Schweif bis weit in das Sternbild Großer Bär ragte.  Das waren so um die 50° Schweiflänge! Die Koma dürfte eine Helligkeit so um die 0 mag besessen haben. Gut eine halbe Stunde lang genoss ich den Anblick bei kalten Temperaturen. Dies habe ich auch gleich am nächsten Tag in einer Zeichnung festgehalten (Abb. rechts). Ein Anblick den man so schnell nicht mehr vergisst!

Das war dann auch das letzte mal dass ich Hyakutake Beobachten konnte. Das Wetter wurde schlechter und der Komet zog recht zügig an den Nordwest-Horizont und verschwand vom Nordhimmel.

 

 

 

 


Komet C/1995 O1 (Hale-Bopp)

Komet C/1995 O1 (Hale-Bopp) wurde im Juli 1995 bei einer Entfernung von Rund 1 Milliarde Kilometer entdeckt, somit war schnell klar, dass er in Sonnennähe sehr hell sein würde. Zudem war er mit 50-60 km Durchmesser für einen Kometen ungewöhnlich groß.

Erstmalig konnte ich den Kometen am 18. Juli 1996 mit meinem C8 auffinden und beobachten. Es zeigte sich schon ein stattliches Nebelfleckchen mit hellem Zentrum und einen Schweifansatz. Den Sommer über bis zum 3. November habe ich Hale-Bopp visuell wie fotografisch verfolgt. Ende November wurde es dann schwierig ihn erfolgreich aufzusuchen, da er sich dem Horizont näherte und zu nahe bei der Sonne stand.

 

      

21.7.1996

 

17.8.1996

 

18.8.1996

 

 

      

17.9.1996

 

3.10.1996

 

2.11.1996

 

Mitte/Ende Januar 1997 tauchte Hale-Bopp im Sternbild Adler wieder am Morgenhimmel auf. Wetterbedingt war es mir erst am 2. Februar möglich eine Beobachtung zu starten. Ich erinnere mich noch dass es etwas dunstig war, außerdem stand der abnehmende Mond am Himmel. Ich notierte ein gut sichtbares, sternartiges Objekt mit diffusem Umfeld. Im Fernglas war ein deutlicher Schweif sichtbar, und im Teleskop (10 cm-Refraktor) waren zwei Jets links und rechts vom Kern an denen massiv Gas und Staub austraten gut zu sehen. Eine Aufnahme misslang, da ich zu lange ohne Nachführkontrolle belichtet habe. Hell war der Komet 1.8-2 mag.

Bei weitaus besseren Wetterbedingungen am Morgen des 10. Februar suchte ich den Kometen erneut auf - mittlerweile im Sternbild Füchslein stehend und gut 25° Höhe über dem Horizont. Nun war auch der Schweif mit freiem Auge sichtbar. Im Teleskop waren wieder die Jets zu sehen. Besonders deutlich auf der rechten Seite des Kerns, erstreckte sich eine Staubfontäne die einen  Bogen um den Kern machte und in den Schweif überging. Ebenso auf der linken Seite, jedoch nicht so ausgeprägt. Die Aufnahmen aus diesem Morgen zeigen das nicht so deutlich, da der Bereich überbelichtet ist. Aber ansatzweise ist es zu erahnen.

Anfang März war der Komet auch wieder am Abendhimmel aufzufinden, jedoch nur um die 10° über dem Horizont. Am 1. März konnte ich ihn bereits in der Abenddämmerung als hellen diffusen Fleck erkennen. Auch eine Aufnahme gelang (3. Bild unten). Noch war Hale-Bopp am Morgenhimmel besser positioniert, so dass ich am darauffolgenden Morgen am 2. März um 4 Uhr aufstand und in die Sternwarte ging. Der Komet zeigte sich nun schon ganz schön prächtig. Sowohl ein stattlicher Staub - als auch ein Gasschweif ist entstanden, die mit freiem Auge gut zu sehen waren - trotz des abnehmenden Halbmondes am Osthimmel. Hale-Bopp war im östlichen Flügel des Sternbilds Schwan angekommen und war etwa um die 0. Größenklasse hell.

 

         

10.2.1997, 4:38 MEZ, 500 mm-Spiegeltele

 

10.2.1997, 5:01 MEZ,  Celestron 8

 

1.3.1997, 19:18 MEZ, 200 mm-Objektiv

 

2.3.1997, 5:27 MEZ, 200 mm-Objektiv

 

 

         

2.3.1997, 5:47 MEZ, Celestron 8

 

8. März 1997, 19:28 MEZ,

 

9. März 1997, 19:22 MEZ

 

11.3.1997, 4:23 MEZ

 

Am darauffolgenden Wochenende machte sich ab 8. März ein kräftiges Hochdruckgebiet über Mitteleuropa mit trockener und klarer Luft breit, das bis zum 12. März hielt. Zudem war Neumond, also ideale Bedingungen für den Kometen. Am 8. März habe ich einige Aufnahmen mit Normalobjektiv in der Abenddämmerung belichtet (6. Bild oben).

Am 9. März waren die Bedingungen optimal - keine Wolke am Himmel und ein völlig dunstfreier Horizont. Das 7. Bild belichtete ich nur 35 sek, sehr schön kann man schon den blauen Gasschweif erkennen. 

Am Morgen des 10. März ging es mal wieder in den Welzheimer Wald, denn der Komet war morgens noch etwas besser positioniert als am Abend. Dabei hatte ich mein 8" Schmidt-Cassegrain. Als ich durch das Teleskop schaute, traute ich zuerst meinen Augen nicht - was war das denn, fragte ich mich? Um den Kern waren eigenartige, halbgeöffnete Ringe zu sehen. Ich dachte zuerst, dass mein Teleskop irgend einen optischen Defekt hatte, oder war es ein Lichteffekt durch die enorme Helligkeit des Kometen - ich konnte es mir nicht erklären. Erst später erfuhr ich, dass sich schalenförmige Staubwellen um den Kern gebildet haben, die durch die Rotation des Kerns entstanden sind.

Gleich am nächsten Morgen des 11. März, ging es wieder mit der Fotoausrüstung raus. Ich belichtete jeweils 10 min lang mit einem 70 mm und einem 200 mm-Objektiv. Das letzte Bild oben vom 11.3. ist das Ergebnis. Immer heller und strukturierter traten die beiden Schweife hervor. Die Helligkeit lag nun bei etwa -0.5 mag.

Nun folgte erst mal Schlechtwetter und der zunehmende Mond. Am 22. März sorgte aber ein kleines Zwischenhoch für einen klaren Nachthimmel. Trotz des fast vollen Mondes, beschloss ich nach dem Kometen zu sehen. Zwar büßte Hale-Bopp wegen des sehr hellen Himmel einiges ein, war aber dennoch schön anzusehen wie er da halbhoch über dem westlichen Horizont stand. Den Eindruck gibt sehr schön  das 1. Bild unten wieder. Noch immer waren diese eigenartigen Schalenstrukturen um den Kern zu erkennen. Hale-Bopp stand an diesem Tag mit Rund 196 Mio. km in Erdnähe.

Die Osterwoche brachte wieder unbeständiges Wetter. Doch am Karfreitag den 28. März riss der Himmel am Abend etwas auf, so dass zumindest ein Foto gelang (2. Bild unten).

Die Osterfeiertage nahten, der Mond zog sich vom Abendhimmel zurück, und Hale-Bopps beste Zeit stand bevor. Fehlte nur noch klarer Himmel. Am Ostermontag zog erneut ein sehr kräftiges Hoch nach Mitteleuropa und sorgte bis zum 2. April für sonniges Wetter und klare Nächte - perfekt! Also ging es am 31. März wieder los um die Kometenshow am Abendhimmel zu bestaunen und zu fotografieren. Der Große Komet von 1997 stand nun fast in Sonnennähe und war -1 mag hell. Den Staubschweif konnte ich bis zu 10° erkennen, den Gasschweif bis zu 15°. Hale-Bopp bot nun einen nicht gerade sensationellen oder spektakulären Anblick - dafür war er zu weit entfernt, aber dennoch war es ein herrliches Schauspiel und hinterließ einen bleibenden Eindruck! Das schönste Bild gelang mir an diesem Abend mit dem 200 mm-Objektiv (3. Bild). Die 4. Aufnahme wurde mit einem 50 mm-Normalobjektiv belichtet.

 

   

      

22.3.1997, Abends bei Vollmond

 

28.3.1997, 21:21 MEZ

 

31.3.1997, 21:23 MESZ

 

31.3.1997, 21:55 MESZ

 

Ich muss Kometensüchtig gewesen sein, denn am 1. April nutzte ich eine weitere klare Nacht um den Kometen ausführlich zu beobachten und zu fotografieren. Auf Bilder verzichte ich, das sie identisch mit denen vom 31.3. sind. Aber eine schöne Aufnahme gelang doch. Sie zeigt eine Langbelichtung des Kometen als Strichspur, als Hale-Bopp sich dem Nordhorizont näherte (1. Bild unten). Hale-Bopp hatte heute mit Rund 136 Mio. km seinen Sonnennächsten Punkt erreicht.

Nach einer Schlechtwetterstörung, kam am 6. April wieder ein Hochdruckgebiet herangezogen und bescherte 3 klare Nächte in Folge - nahezu unglaublich wie viel Glück wir Sternfreunde diese Zeit mit dem Wetter hatten! Heute hielt ich mal mit dem 500 mm-Spiegeltele auf den Kometen, um etwas mehr Details zu Fotografieren. Das 3. Bild zeigt sehr schön faserige Strukturen im blauem Gasschweif.

Auch der 7. April wurde genutzt. Deutlich zeigten sich nun im Teleskop Veränderungen am Kometen. Die Schalenstrukturen um den Kern sind stark zurückgegangen, Jets waren nicht mehr sichtbar. Es schien so, dass der Kern nach seine Sonnennähe nun stark aufgeheizt und aktiv war und dadurch an vielen Regionen vermehrt Gas und Staub austrat. Auch der Staubschweif hat an Länge zugenommen. Ich konnte ihn gut 23° lang mit dem bloßem Auge verfolgen.

Schlechtwetter kündigte sich an, der Mond trat langsam wieder an den Abendhimmel und Hale-Bopp näherte sich allmählich unweigerlich dem Horizont - folglich wurde auch der 8. April - die letzte klare Nacht dieser Schönwetterperiode, mitgenommen. Resultat ist das 3. Bild unten. Auffallend ist, dass der Gasschweif etwas zerzaust wirkt und nicht mehr so geordnet wie noch vor ein paar Tagen. Rechts vom Staubschweif steht der offene Sternhaufen M 34, und oben am Staubschweifende der Doppelsternhaufen NGC 869/884.

Am 13. April stand der Mond wieder am Abendhimmel und die Wetterbedingungen waren auch nicht optimal. Dennoch wollte ich nach Hale-Bopp schauen inwieweit er sich verändert hatte. Das Staubschweifende ist sehr breit geworden und fächert sich insgesamt weiter auf. Der Komet stand nach Einbruch der Dunkelheit noch gut 20° über dem Horizont und war immer noch eine Auffällige Erscheinung.

 

         

2.4.1997, 00:27 MESZ

 

6.4. 1997, 21:36 MESZ

 

8.4.1997, 21:48 MESZ

 

13.4.1997, 22:20 MESZ

 

Eine neue Aufnahme vom 23. April machte deutlich, dass der Horizontdunst den Gasschweif kaum mehr erkennen lässt - selbst fotografisch. Hale-Bopp stand nur noch 15° über dem Nordwesthorizont. Der Staubschweif hat sich weiter aufgefächert.

Nach Aufnahmen vom 1. und 2. Mai zeigte sich, dass sich der Staubschweif immer mehr nach Norden krümmt, ebenso hat er sich weiter aufgefächert (2. Bild unten). Hale-Bopp stand weiterhin gut 15° über dem Horizont und war noch gut zu erkennen, sein Glanzzeit ist aber längst vorbei. Das nächst Bild daneben zeigt sehr schön diesen Anblick, das um 22:43 Uhr aufgenommen wurde bei einer Höhe über Horizont von 11°. Von nun an wurde es wirklich langsam Zeit zu sagen "Tschau Hale-Bopp"!

Am 10. Mai war der Abendhimmel recht klar. Ich suchte nochmals einen geeigneten Beobachtungsplatz mit tiefem Westhorizont aus und nahm auch die Kamera mit Stativ und Fernglas mit, um nun endgültig einen letzten Blick auf Hale-Bopp zu werfen. Leichte Zirrusbewölkung störte am Horizont, ich konnte aber gerade noch den Kometen mit freiem Auge sehen - mit dem Fernglas aber ganz gut. Schnell belichtete ich noch eine letzte Aufnahme 10 sek lang mit Normalobjektiv (4. Aufnahme unten). Es war schon ein komisches Gefühl den Kometen nun endgültig in der Dämmerung verschwinden zu sehen. War er doch über Monate hinweg ein auffälliges Objekt und ein ständiger Begleiter am klarem Morgen - und Abendhimmel.

 

         

23.4.1997, 22:13 MESZ

 

2.5.1997, 22:08 MESZ

 

2.5.1997, 22:43 MESZ

 

10.5.1997, 22:21 MESZ

 

Hale-Bopp war nicht der größte und hellste Komet, hält aber den einsamen Rekord der Freisichtigkeit mit bloßem Auge von 18 Monaten! Zudem war er von Mitte Januar 1997 bis Anfang Mai ein auffälliges Objekt am Himmel. Weiter war er mit einem Durchmesser von 50-60 km Durchmesser ein ungewöhnlicher großer Komet. Wäre uns Hale-Bopp mit 15 Mio. km Abstand so nahe gekommen wie Hyakutake 1996, hätte er wohl weite Teile des Nachthimmels überspannt und wäre als größter Komet aller Zeiten in die Geschichte eingegangen. Selbst nüchterne Zeitgenossen hätte es wohl bei einem solchen Anblick die Sprache verschlagen...