Sonnen und Mondfinsternisse/Transits

Sonnen und Mondfinsternisse gehören zu den spektakulärsten Erscheinungen in der Astronomie. Eine totale Sonnenfinsternis ist für einen bestimmten Ort ein sehr seltenes und überaus ergreifendes Ereignis. Die letzte in Deutschland sichtbare Totale war in einem Streifen über Süddeutschland am 11. August 1999. Erst am 3. September 2081 zieht der Kernschatten wieder über den äußersten Süden Deutschlands. Am 12. August 2026 gibt es die nächste für Mitteleuropa große partielle Sonnenfinsternis zu sehen. In Mitteleuropa wird dabei die Sonne um die 90% vom Mond bedeckt. Diesmal am Abendhimmel kurz vor Sonnenuntergang.

Totale Mondfinsternisse sind dagegen viel häufiger zu beobachten. Die nächste hier sichtbare - allerdings nicht in voller Länge, wird am 27. Juli 2018 stattfinden.

Seltener kommt es zu sogenannten Merkur- oder Venus-Transits. Dabei wandert die Venus bzw. der Merkur als pechschwarze Scheibchen über die Sonnenscheibe. Merkur und Venus sind innere Planeten, sie drehen also ihre Bahnen zwischen Sonne und Erde, können also von der Erde aus gesehen vor die Sonnenscheibe laufen. Nie wird man Jupiter oder Mars vor der Sonne sehen, da sie äußere Planeten sind. Der nächste zum Teil sichtbare Merkur-Durchgang wird am 11. November 2019 stattfinden. Den nächsten Venus-Transit wird eine andere Generation sehen.

Nachfolgend einige Bilder über Finsternisse und Transite die ich beobachten konnte - zumindest von denen wo ich noch Bildmaterial habe.

Für eine große Ansicht, auf die Vorschaubilder klicken!


Merkur-Transit am 9. Mai 2016

Am Montag, den 9. Mai 2016 fand wieder mal ein Merkur-Transit statt. Merkur trat um 13:12 MESZ von links kommend in die Sonnenscheibe ein, und verlies kurz vor Sonnenuntergang um 20:40 Uhr die Sonnenscheibe wieder. Somit hatte der Transit eine Dauer von 7 Stunden und 30 Minuten.

Schon Wochen zuvor bereitete ich mich auf das Ereignis vor, indem ich Sonnenfilter für die Teleskope und einen Lichtschutz für das Laptop bastelte. So fehlte eigentlich nur noch schönes Wetter. Ab Mittwoch den 4. Mai machte sich ein Hoch über Deutschland bemerkbar, und der Wetterbericht versprach, dass es bis einschließlich Montag 9. Mai halten sollte. Je näher der Transit-Tag heranrückte, desto schlechter wurden jedoch die Aussichten für den Südwesten. Es sollte Bewölkung aufziehen mit nachfolgendem Regen. Es wurde aber bei weitem nicht so schlimm wie angekündigt!

Ein letzter Blick am Morgen des Merkur-Durchgangs auf den Satellitenfilm, zeigte dann tatsächlich wie in den Südwesten Deutschlands Wolken herein zogen. Glücklicherweise war es aber vorerst nur dünne und hohe Zirrusbewölkung. Gegen 11 Uhr war ich bereits am Beobachtungsplatz wieder auf einer höher gelegen Wiese, wo eine Verfolgung des Transits bis fast zum Sonnenuntergang möglich war. Ich baute meine Ausrüstung auf und justierte alles ein. Erste Aufnahmen und ein Blick in das Okular zeigten durch die Zirren leider eine milchige Sonne - aber das war ja klar. Ich hoffte, dass es nicht schlechter wurde und dass es zwischendurch auch mal Momente mit richtig klaren Himmel gab. Zwischenzeitlich trafen auch meine Mitbeobachter ein, die mit einem Bresser-Newton 200/1200 mm, einem 102 mm-Maksutov  und einem PST ausgerüstet waren.

Pünktlich um 13:12 MESZ bemerkte man am Sonnenrand eine winzige Einbuchtung - der erste Kontakt fand statt und Merkurs Wanderung über die Sonnenscheibe begann. Die dünnen und hohen Wolkenfelder hielten sich in Grenzen und immer wieder schien die Sonne durch genügend klare Abschnitte.

Das Bild oben rechts entstand um 14:11 Uhr am Newton mit 200 mm Öffnung und 1000 mm Brennweite. Bestückt war er mit einer ICS-Sonnenfolie die die Sonne in ein schönes gelb-orange einfärbt. Belichtet habe ich mit einer Canon EOS 1200D 1/800sek bei ISO 200. Merkur war nun schon knapp eine Stunde "unterwegs" und hat einen Teil seiner Strecke zurückgelegt.

Es stellte sich dann aber heraus, dass die Brennweite des Newton doch etwas zu wenig ist und Merkur sehr klein abgebildet wird. Ich entschloss mich dann, die Kamera an den huckepack montierten 102/1325 mm Maksutov anzuflanschen, und visuell am Newton zu beobachten. 325 mm mehr Brennweite brachte einiges, und Merkur hatte nun eine zufriedenstellende Größe. Das Maksutov (Celestron NexStar 4SE), war mit einer fertig bestückten Baader Astro-Solar Sonnenfilterfolie ausgerüstet (ASTF). Beiden Folien haben eine optische Dichte von OD 5.0 - sind also visuell ausgelegt.

 

Das Bild oben links zeigt mein Beobachtungsplatz. Auf dem Tisch steht der Lichtschutz für das Laptop, das aus einem normalen Karton besteht den ich innen geschwärzt habe. Zieht man sich zusätzlich eine Decke über den Kopf, so kann man auf dem Display alles einwandfrei erkennen - das half mir sehr beim fokussieren und bei der Überwachung der Aufnahmen. Der mitgebrachte Sonnenschirm tat gute Dienste!

Die Aufnahme rechts entstand um 14:39 Uhr mit der Kamera am Maksutov mit identischen Belichtungsdaten. Merkur nähert sich einer Sonnenfleckengruppe, die er aber leider weit verfehlen wird. Kurz vor 16 Uhr zog der Himmel komplett zu. Wir befürchteten schon, dass es

das wohl nun war! Ein Blick mit dem Smartphone auf den aktuellen Satellitenfilm, zeigte aber nur ein schmales Wolkenband das über uns hinweg zog. Danach waren sogar größere Wolkenlücken zu erkennen und die Hoffnung stieg. Tatsächlich riss es nach 17 Uhr wieder auf mit weitaus weniger Zirrusbewölkung und größtenteils klarem Himmel. Die Sonne zeigte sich nun klar und deutlich im Okular.

Um 17:31 Uhr entstand das Bild links, belichtet 1/640sek. Merkur hatte die Sonnenflecken eben im geringsten Abstand passiert.

Der Anblick im Okular war bei nun weitaus besseren Seeing ein Genuss, wie das Pechschwarze Merkurscheibchen vor der Sonne langsam wanderte. Ein überwältigendes Bild zeigte der Bresser-Newton 200/1200 mm. Ebenfalls bestückt mit einer Baader Astro-Solar-Folie und einem Hyperion-Zoom-Okular in dem noch ein Dunkelgelbfilter eingeschraubt war. Bei vollem Zoom mit großem Gesichtsfeld, hatte man das Merkurscheibchen mit den Sonnenflecken im Okular und der sehr schön in Gelb eingefärbten Sonne - so klar und kontrastreich. Das war ein herrlicher Anblick!

Eine Übersichtsaufnahme ist im Bild rechts zu sehen, wieder mit dem Maksutov mit 1/640sek Belichtungszeit um 17:57 Uhr. Merkur hat nun gut zwei Drittel der Strecke zurückgelegt.

Gegen 19:30 Uhr beschlossen wir abzubauen und die Beobachtungen zu beenden.

Erneut hatten wir doch wieder Glück mit dem Wetter. Es ist das dritte astronomische Großereignis innerhalb von knapp über einem Jahr das nicht dem Wetter zum Opfer gefallen ist (SoFi 2015, MoFi 2015) - das ist sehr selten!  

 

 

 


 

Totale Mondfinsternis am 28. September 2015

Am Wochenende vor der totalen Mondfinsternis nistete sich ein kräftiges Hoch mit dem Namen "NETTI" über der Nordsee ein, und sorgte die ganze folgende Woche über für schönstes Herbstwetter mit viel Sonnenschein. Die Nacht von Samstag auf Sonntag war zumindest in Süddeutschland noch bedeckt, auch der Sonntag zeigte tagsüber noch viele Wolken. Zum Abend hin lösten sich die Wolken aber immer mehr auf, man konnte also eine klare Nacht erwarten und Nebel/Hochnebel war im Süden auch kein Thema mehr. Bestes Wetter also, um auch das zweite Himmelsschauspiel in diesem Jahr am Montagmorgen zu beobachten.

Eintritt des Mondes in den Halbschatten war um 2:10 Uhr MESZ - das aber praktisch unbeobachtbar bleibt, da der Helligkeitsabfall zu gering ist. Um 03:07 Uhr trat der Mond in den Kernschatten ein, um 4:11 Uhr begann die Totalität, um 4:47 Uhr war Mitte der Finsternis, Ende der totalen Verfinsterung um 5:25 Uhr, und Austritt aus dem Kernschatten um 6:27 Uhr. Den Halbschatten verlies der Mond um 07:27 Uhr, und etwa Zeitgleich war Monduntergang.

Da die zu erwartenden Nachttemperaturen noch einigermaßen im angenehmen Bereich lagen, wollte ich die Finsternis auf freiem Feld an meinem üblichen Beobachtungsplatz fotografieren und beobachten. Am frühem Abend belud ich das Auto und richtete alles weitere schon her, um des Nachts gleich aufbrechen zu können. Eigentlich wollte ich am Abend noch etwas schlafen, denn bis mindestens 7 oder 8 Uhr am nächsten Morgen hieß es Wach zu bleiben. Das gelang mir jedoch nicht, so dass ich schon recht früh um kurz nach 1 Uhr aufbrach.

Wie sich herausstellte, war das aber keineswegs zu früh. Denn Montierung aufstellen, Ausrichten, Alignment durchführen, Laptop herrichten, Kamera montieren und fokussieren usw. dauerte seine Zeit. Dann passierte mir noch was unvorhersehbares das mich nun doch langsam in Zeitnot brachte: Das Aufsetzen des Teleskops auf die Montierungsbasis klappte nicht, da die Griffschrauben der Montageschiene nicht genügend Abstand hatten. Ich war zunächst mal völlig perplex und fragte mich fluchend, was das denn nun soll? Als ich den kleinen Newton zuletzt auf der CGEM-Montierung im Einsatz hatte, war doch alles in Ordnung!!! Dann viel es mir ein: Ich hatte vor kurzem eine kürzere Schwalbenschwanzschiene an dieses Teleskop montiert, und nun stoßen die Griffschrauben an da die erforderlich Länge der Schiene nicht ausreichend ist. Ich suchte im Zubehörkoffer nach einer passenden Zollschraube ohne Griff, jedoch vergeblich. Nun, was machen? Demnächst müsste meine Astrokollegin eintreffen mit der ich mich verabredet habe - dann schnell nach Hause fahren und eine Zollschraube suchen oder die längere Schiene mitnehmen? Nein, das dauert viel zu lange. Also entscheide ich mich für die radikale Option: Ich nehme eine metrische Schraube und drehe sie soweit wie nötig in das zöllige Gewinde der Rohrschellen. "Passt" und hält und gut - mir jetzt egal!

Ich bin mit dem Aufbau noch rechtzeitig fertig geworden und habe sogar noch etwas Zeit. Ich belichte die ersten Bilder und fokussiere die Kamera. Montierung läuft und ist auf Lunar-Geschwindigkeit umgestellt, der Fokus ist getroffen, der Mond schön mittig auf dem Display und die richtige Belichtungszeit ist ermittelt. Bereits 15 Minuten vor Eintritt des Mondes in den Kernschatten, fällt mir zumindest auf den Bildern eine erste leichte Verdunklung des östlichen Mondrandes auf. Ich belichte alle paar Minuten ein Bild und um 3 Uhr sehe ich nun auch mit bloßem Auge die Lichtabnahme. Um 3:07 Uhr wird es dann richtig dunkel und der Eintritt in den Kernschatten hat begonnen. 

 

         

2:44 MESZ der Vollmond vor der Verfinsterung

 

3:01 Mondrand schon deutlich dunkler

 

3:07 Eintritt in den Kernschatten

 

3:18

 

Dann die - zum "Glück", etwas kleinere Panne: An meinem aufgesatteltem 80/400 mm-Refraktor sehe ich den Mond nur ganz am Gesichtsfeldrand, und das auch nur zur Hälfte. Die beiden Teleskope sind nicht genau parallel Montiert. "Warum auf einmal? Bei der Sofi ging es doch noch!" Ach ja, die kürzere Schiene, neue Bohrlöcher usw. bla bla bla, hab nicht darauf geachtet. Ich könnte zwar das Teleskop etwas verfahren, aber der Mond wäre auf den Bildern nicht mehr mittig - fand ich unästhetisch! Gut, ich verfolge die Mondfinsternis gebannt am Monitor und schaue mit bloßem Auge immer wieder nach oben - alle paar Minuten mache ich ein neues Bild. Ich gehe aber immer wieder an das Schmidt-Cassegrain meiner Astrofreundin und schaue dort.

 

         

3:28

 

3:38

 

3:50

 

4:00

 

Es ist für mich die erste richtige totale Mondfinsternis mit der Digitaltechnik, und die Bilder am Laptopmonitor begeisterten mich! Brauch ich da überhaupt ein zweites Teleskop zum Schauen, dachte ich! Ja braucht man, denn die Kamera kann die Übergänge von dem voll beleuchteten Teil des Mondes in den grauen Bereich bis zum rötlichen Kernschatten nicht ohne Überbelichtung darstellen. Ganz deutlich zu sehen oben im 4. Bild rechts (4:00 Uhr). Dort habe ich die Belichtungszeit auf 1/4sek erhöht und die ISO-Zahl auf 400 eingestellt.

Es wird langsam immer dunkler und immer mehr Sterne kommen zum Vorschein. Dann der Beginn der Totalität. Anfangs ist der Südwestrand noch gut eine halbe Stunde lang relativ hell, zur Mitte der Finsternis erscheint der Mond dann fast gleichmäßig im rötlichem Licht. Nach der Danjon-Skala würde ich die Finsternis auf L=2 einstufen: tiefrote oder rostrote Finsternis, mit einem sehr dunklen Zentrum, aber relativ hellen Rand des Kernschattens. Über uns hat sich nun - Dank der sehr klaren und trockenen Luft, ein beeindruckender Sternenhimmel aufgetan! Was hab ich mich den Sommer über mit dunstigen Nächten herumgeschlagen, und nun so ein toller Sternenhimmel - da wird es einem erst wieder bewusst was wirklich klare Nächte sind!

 

         

4:11 Beginn der Totalität

 

4:46 Mitte der Finsternis

 

5:18 Szenerie während der Totalität

 

5:22 Ende der Totalität

 

Auf den östlich gelegen Hügeln fallen mir immer wieder Autoscheinwerfer auf, auch etwa 200 Meter von uns entfernt hält ein Fahrzeug auf dem Feldweg während der Totalität an. Es waren doch einige trotz der Uhrzeit unterwegs um die Totalität zu sehen. Nach 5 Uhr wird der Südostrand wieder heller, die Totalität ist aber noch nicht vorbei. Auf der weit entfernten B29 setzt langsam der morgendliche Berufsverkehr ein. Venus strahlt schon lange mit Jupiter am Osthimmel. Im Süden thront der markante Orion. Es war ein Montag-Morgen und der Mond stand verfinstert am Westhimmel - die Szenerie hatte echt was!

Die totale Phase war nun vorbei und der Mond wanderte langsam aber unaufhaltsam wieder aus dem Kernschatten. Relativ schnell wurde der Himmel wieder heller und nach und nach verschwanden die schwächeren Sterne.

 

         

5:33

 

5:44

 

5:55

 

6:04

 

Um 6 Uhr setzte die Morgendämmerung ein, und der teilverfinsterte Mond stand nun nicht mehr allzu hoch über dem Westhorizont. Zwischenzeitlich war es auch recht kalt geworden.

 

         

6:15

 

6:23

 

6:26 Austritt aus dem Kernschatten

 

6:28 Nordwestrand noch deutlich dunkel

 

Die Morgendämmerung war nun schon weit fortgeschritten und um 6:37 Uhr belichtete ich das letzte Bild des wieder normalen Vollmondes.

 

         

6:37 der Vollmond ist wieder "frei"

 

Beobachtungsstation mit Blick zum Mond

 

Morgendämmerung

 

Mosaik-Zusammenstellung der Mondfinsternis

 

Obendrauf gab es noch Dank der ausgezeichneten Atmosphärischen Bedingungen einen wunderschönen Dämmerungshimmel im Osten zu bestaunen, inklusive am Gegenhorizont den deutlich sichtbaren bläulichen Erdschatten. Dann räumte ich meine Ausrüstung mit klammen Fingern zusammen. Wir beobachteten noch den Monduntergang und verabschiedeten uns dann. Auf dem Heimweg kamen mir natürlich unzählige Berufspendler entgegen, ich musste schon etwas schmunzeln, denn ich konnte nun in die warme Heia gehen... :-)

Die Beobachtung der totalen Mondfinsternis auf dem freien Feld war ein tolles Erlebnis. Zuhause auf dem Balkon hätte ich auch die Möglichkeit gehabt, aber es wäre niemals so sagenhaft rübergekommen als draußen in der Nacht und auf dem freien Feld!


Partielle Sonnenfinsternis am 20. März 2015

Bei dieser partiellen Sonnenfinsternis bedeckte der Mond 71,4% der Sonnenscheibe im Süddeutschen Raum, also gut 3/4 der Fläche der Sonne. Je weiter man nach Norden reiste, desto größer wurde die Bedeckung - in Norddeutschland sind es gut um die 80%. Total war die Finsternis in einem Streifen südlich von Grönland, weiter zwischen Island und den britischen Inseln bis zum Nordpol. Für Süddeutschland war der erste Kontakt etwa um 9:29, Mitte der Finsternis um 10:47, und das Ende um 11:49 MEZ.

Schon die ganze Finsterniswoche über war schönes Wetter in Mitteleuropa, und ich machte mir doch langsam Sorgen, ob das sonnige Wetter bis zum besagten Freitag anhielt. Und es hielt tatsächlich - selbst der Samstagvormittag war im Süden noch recht sonnig. Pech hatten dagegen die Menschen in großen Teilen von Westdeutschland - dort hielt sich von der Nordsee bis zum westlichen Rheinland Pfalz ein Streifen mit zum Teil zähem Nebel/Hochnebel und Bewölkung.

Also stand der Beobachtung der partiellen Sofi nichts mehr im Wege und ich machte mich auf zu einer höhergelegen Wiese in freier Natur wo ich mein Instrument aufstellte. Zuvor holte ich meinen knapp 6 jährigen Sohn vom Kindergarten ab um ihm das Naturschauspiel zu zeigen. In vielen Kindergärten und Schulen wurden den Kindern der Aufenthalt im Freiem während der partiellen Phase untersagt. Man kann geteilter Meinung darüber sein, aber angesichts der Knappheit bzw. nicht vorhandenen  geeigneten Schutzbrillen vielleicht eine notwendige Maßnahme. Viele Kinder könnten doch in Versuchung kommen zulange mit halb zugekniffenen Augen in die Sonne zu schauen.

Auf der Wiese angekommen, wurde gleich das Teleskop, Montierung, Kamera und Laptop aufgebaut und eingerichtet. Inzwischen traf auch meine Astrokollegin ein. Kurz nach Beginn der Verfinsterung war dann alles bereit und ich belichtete die ersten Bilder:

 

         

9:32 MEZ

 

9:42

 

9:56

 

Das Beobachtungsinstrument

 

Wie immer bei solchen Ereignissen, verwende ich meinen kleinen Newton (Vixen 130Sf) mit 130 mm Öffnung und 650 mm Brennweite zur Bildaufnahme. Der kleine aufgesattelte 80/400 mm Refraktor, dient als Beobachtungsinstrument (Bild oben rechts). Beide sind mit einer Baader AstroSolar™ Sonnenfilterfolie bestückt. Es war wieder mal beeindruckend wie sich die Rabenschwarze Mondscheibe mehr und mehr über die Sonne schob. Und das auch relativ schnell - zumindest hatte ich so den Eindruck.

Um etwa 10:19 Uhr, wurde ein kleiner Sonnenfleck vom Mond bedeckt, das auch ganz interessant war (2. und 3. Bild unten). Inzwischen war es kurz vor 10:30 Uhr und die Sonne war schon gut zur Hälfte bedeckt. In der Nacht gab es noch leichten Frost und der Morgen war recht frisch. Nun sollte die höherstehende Sonne eigentlich die Luft schon gut erwärmen, das tat sie aber nicht, bzw. konnte sie nicht :-). Es wollte einfach nicht warm werden. Inzwischen traf auch meine Nichte (die wie ich glaube, seit 1999 Sonnenfinsternis-Süchtig ist) und mein Vater ein. Mein kleiner war auch recht interessiert, und wechselte recht häufig zwischen Sonnenfinsternis-Schutzbrille und Teleskop.

 

 

         

10:06

 

10:15

 

10:19

 

10:27

 

Um 10:37 Uhr war die maximale Bedeckung erreicht und um diesen Zeitpunkt herum bemerkte man, dass irgendetwas mit dem Licht nicht stimmte. Die Tageshelligkeit wurde zwar nicht großartig merklich dunkler, aber das Sonnenlicht wirkte schon etwas fahl in der Natur wenn man sich umschaute - das allein war schon ein eigenartiges Erlebnis. Dies konnte ich 1999 bei bedecktem Himmel nicht beobachten, ebenso wenig bei der 50%-tigen im Oktober 1996 wo es auch wolkenlos war.

 

         

10:37 Maximale Bedeckung

 

10:45

 

10:52

 

11:02

 

Das Maximum war vorbei und das fahle Licht verschwand allmählich wieder. Um 11:33 Uhr tauchte auch wieder der kleine Sonnenfleck auf (3. Bild unten). Zögerlich wurde es langsam wärmer.

 

         

11:12

 

11:22

 

11:33

 

11:42

 

Nach und nach wird die Sonne wieder freigegeben und heizt nun sehr deutlich ein - es wird schnell wärmer und richtig angenehm an der Sonne!

 

 

         

11:47

 

11:48

 

11:49

 

11:50 Ende!

 

Die Sofi 2015 war ein sehr beeindruckendes Erlebnis und für mich ein astronomisches Highlight, das mir lange in Erinnerung bleiben wird.

 

 

 

 

Links ein Mosaik aller Aufnahmen.


Totale Mondfinsternis am 15. Juni 2011

Erst zu Beginn der Totalität um 21:22 MESZ ging der Mond im Südosten auf. Der Himmel war extrem diesig, so dass ich den Mond erst gegen 22:30 MESZ im  Teleskop sehen konnte. Ende der Totalität war um 23 Uhr, so dass ich noch ein paar Bilder von dem total verfinsterten Mond belichten konnte.

 

         

22:58 MESZ kurz vor Ende der Totalität

 

23:04 MESZ Austritt aus dem Kernschatten

 

23:27 MESZ, partielle Phase

 

00:09 MESZ, Austritt aus dem Kernschatten

 


Partielle Mondfinsternis am 16. August 2008

Dank eines Zwischenhochs konnte ich auch diese Mondfinsternis - bei der der Mond bis zu etwa 85% in den Kernschatten eintauchen sollte, beobachten. Zeitweise störte etwas Zirrusbewölkung, die den Mond etwas eintrübten. Gut eine Stunde nach Mondaufgang trat der Vollmond in den Kernschatten um ca. 21:35 MESZ ein. Die maximale Bedeckung war um 23:10 Uhr, der Austritt erfolgte um 00:45 MESZ am 17. August 2008.

 

         

22:16 MESZ partielle Phase

 

23:09 MESZ maximale Bedeckung

 

00:40 MESZ kurz vor Austritt aus dem Kernschatten

 

Übersicht über die Bildserie

 


Partielle Sonnenfinsternis am 1. August 2008

In unseren Breiten bedeckte der Mond die Sonne lediglich um 8%. Der erste Kontakt war um 10:48 MESZ, die maximale Bedeckung um 11:30 Uhr, und das Ende dieser kurzen Finsternis um 12:14 MESZ. Das Wetter spielte nicht so richtig mit; die Sonne schien gerade noch so durch die Wolkendecke. Daher sind die Bilder recht flau.

 

      

11:10 MESZ

 11:29 MESZ maximale Bedeckung 

Aufnahmeinstrument mit Sonnenfilter

 


Partielle Sonnenfinsternis am 29. März 2006

Bei dieser partiellen Sonnenfinsternis bedeckte der Mond in Süddeutschland Rund ein Drittel der Sonnenscheibe (ca. 34%). Bis zum Mittag schien die Sonne noch recht viel, danach wurde es bedeckt und wechselhaft - ich glaube es war alles dabei, Regen, Wind, Graupelschauer und wieder sonnige Abschnitte. Die maximale Bedeckung konnte ich daher nicht Fotografieren.

Um 11:46 MESZ entstand die Aufnahme rechts. Aufgenommen mit einem Refraktor 80/400 mm, 8x0,001 Sek. belichtet mit einer Meade LPI.

 

 


Venustransit am 8. Juni 2004

Ein Venus -oder auch Merkurtransit ist salopp gesagt eine Minisonnenfinsternis, weshalb ich den Transit hier aufführe.

Ein Venustransit ist ein Vorbeiziehen des Planeten Venus vor der Sonne. Da die Venus und auch der Merkur innerhalb der Erdbahn um die Sonne laufen, können diese zwei Planeten vor die Sonnenscheibe treten. Es sind aber sehr, sehr seltene Ereignisse.

Bei strahlendem Sonnenschein konnte ich dieses Ereignis an einem Dienstag beobachten und Fotografieren. Bereits um 7:30 Uhr trat die Venus von links kommend in die Sonnenscheibe ein. Um 10:19 Uhr war Venus in der Mitte ihres Wegs vor der Sonnenscheibe. Um 13:20 Uhr verließ die Venus die Sonnenscheibe wieder. Obwohl Venus nur den unteren Bereich der Sonnenscheibe passierte, dauerte der Durchgang Rund 6 Stunden.

Das Bild oben entstand um 7:42 MESZ, Venus ist schon vollständig in die Sonnenscheibe eingetreten. Belichtet an einem 10"-Schmidt-Cassegrain (LX200GPS) mit 2500 mm Brennweite auf Kodak Farbwelt 100 ASA. Abgeblendet auf 10 cm Öffnung.

Das Bild links mit gleichem Instrument, aber mit einem Reducer auf 1600 mm reduziert. Als Sonnenschutzfilter kam eine Baader Astro-Solar Sonnenfilterfolie zum Einsatz.

Am 6. Juni 2012 war wieder ein Venustransit, nur das Ende konnte man in unseren Breiten kurz nach Sonnenaufgang beobachten. Der nächste Venusdurchgang findet erst wieder am 11. Dezember 2117 statt!

  


Totale Mondfinsternis am 8./9. November 2003

Fast die ganze Woche über vor der Mofi lag ein Hoch über Osteuropa und sorgte für schönes Herbstwetter. Doch ausgerechnet zum Wochenende hin überquerte  ein Höhentief Mitteleuropa, das am Samstag für dichte Wolken oder Hochnebel sorgte. Auch am frühen Abend gab es keine Anzeichen für Auflockerungen. Doch dann  gegen 22 Uhr riss der Himmel vollständig auf.

Da der Eintritt in den Kernschatten erst am Sonntagmorgen um 00:32 MEZ stattfand, war also noch genügend Zeit um das Instrumentarium zum Beobachtungsplatz zu bringen und aufzubauen. Beginn der totalen Phase war um 02:06 Uhr, Ende der Totalität um 02:30, und Austritt aus dem Kernschatten um 04:04 MEZ.

Die Finsternis war wieder sehr hell, da der Mond nur den Rand des Schattenkegels der Erde durchwanderte. Demnach war die Totalitätsdauer mit nicht mal 30 Minuten sehr kurz.

Während der Totalität machte ich mir den "Spaß", 3 Kometen zu beobachten - das auch erfolgreich gelang. Dies waren C/2002 T7 (LINEAR), 2P/Encke und C/2001 HT50 (LINEAR-NEAT).

 

 

   

Partielle Phase 00:50 MEZ

 

Totalität 02:17 MEZ

 

 


 

 

 

Partielle Sonnenfinsternis am 31. Mai 2003

Rund 80% bedeckte der Mond die Sonne zu dieser Finsternis. Sie war etwas besonderes, denn die maximale Bedeckung war bei Sonnenaufgang. Somit sollten sich  spektakuläre Ansichten ergeben.

Leider wollte das Wetter mal wieder nicht richtig mitspielen. Dichte Bewölkung war am Nordwesthorizont, sonst war der Himmel recht klar. Erst gegen 5:40 MESZ gab eine kleine Wolkenlücke für 5-10 Min. die Sonne frei. Es war ein unglaublicher Anblick, wie da die gelbe Sonnensichel knapp über dem Horizont stand. Leider schoben sich danach wieder dauerhaft Wolken vor die Sonne.

Das Bild rechts, wurde um 5:40 MESZ mit einem Maskutov 90/500 mm auf Agfa 100 ASA aufgenommen.

 


 

 

Totale Mondfinsternis am 9. Januar 2001

Diese totale Mondfinsternis fand zu bester Zeit in den frühen Abendstunden des 9. Januar 2001 statt. Der Eintritt in den Kernschatten war um 19:42 MEZ, Mitte der Finsternis um 21:20, und der Austritt aus dem Kernschatten fand um 22:59 Uhr statt.

Tagsüber und bei Einbruch der Dunkelheit sah es Wettertechnisch noch gar nicht so gut aus. Doch dann zog der Himmel plötzlich in weiten Teilen Deutschlands vollkommen frei, so dass die Mofi in voller Länge hervorragend beobachtet und Fotografiert werden konnte. Die Finsternis viel doch recht hell aus, da der Mond nicht besonders tief in den Erdschatten eindrang. 


Totale Sonnenfinsternis am 11. August 1999

Ich hasse "Oleg"...warum? Ausgerechnet am 11. August überquerte Tief "Oleg" mit seinen Ausläufern Süddeutschland, so dass die Beobachtung der totalen Sonnenfinsternis vor der eigenen Haustüre zunichte gemacht wurde. So will ich hier auch gar nicht großartig berichten - es ist zu frustrierend!

Jedenfalls gelangen einige Aufnahme ca. 10-15 Min. und wenige Minuten vor der Totalität. Ja, es wurde dunkel, sogar sehr dunkel unter der Wolkendecke...

Kurios: Etwa 20 km nordöstlich von meinem Standort aus, konnte man die total verfinsterte Sonne durch eine Wolkenlücke sehen!

Die Bilder wurden mit einem 25 cm-Newton auf Farbfilm aufgenommen. So, nun aber genug...! :-(

 

   

10-15 Min. vor der Totalität

 

Wenige Min. vor der Totalität

 


Totale Mondfinsternis am 16. September 1997

Bereits vom Kernschatten teilverfinstert ging der Vollmond am 16. September auf. Um 20:15 MESZ war Beginn der Totalität, Ende um 21:17 Uhr, und Austritt aus dem Kernschatten um 22:24 MESZ. Das Wetter war sehr gut, keine Wolken und auch kein Nebel störte. Auch diese Mondfinsternis war relativ hell, da der Mond nicht allzu tief in das Kernschattenzentrum eindrang.

 

         

19:46 MESZ

 

20:28 MESZ totale Phase

 

20:24 MESZ Totalität

 

21:27 MESZ Austritt

 


Partielle Sonnenfinsternis am 12. Oktober 1996

Bei schönstem Wetter fand diese partielle Sonnenfinsternis mit einem Bedeckungsgrad von stattlichen 51% an einem Samstagnachmittag statt.

Der erste Kontakt war um 15:16 MESZ, Mitte der Finsternis um 16:33 Uhr und Ende um etwa 17:40 MESZ. Fotografisch konnte ich die Finsternis nicht bis zum Ende dokumentieren, da ein Baum im Sichtfeld stand. Daher auch die Unschärfe im 4. Bild.

Die Bilder wurden an einem Celestron 8 (203/2033 mm) auf 1600 ASA-Farbfilm belichtet.

 

         

15:30 MESZ

 

16:10 MESZ

 

16:24 MESZ

 

kurz nach dem Maximum 16:39 MESZ

 


Totale Mondfinsternis am 27. September 1996

Kurz vor der partiellen Sonnenfinsternis am 12.10., fand am 27.9. eine totale Mondfinsternis statt. Beginn der Totalität war allerdings sehr früh am Morgen um 04:19 MESZ, das hieß entweder früh aufstehen, oder spät zu Bett zu gehen - ich entschied mich für ersteres. Der Eintritt in den Kernschatten war um 3:12 Uhr, beginn der Totalität um 4:19, Austritt gegen 5:30, und Ende der Finsternis gegen 6:40 Uhr. Das Wetter spielte Anfangs mit, jedoch kam zu Beginn der Totalität etwas Bodennebel auf, aber das hatte auch was! Auch konnte ich von meiner Sternwarte aus nicht mit dem Teleskop den verfinsterten Mond fotografieren, da wieder der Baum im Sichtfeld stand. So ging das nur mit dem 500er Spiegeltele außerhalb der Warte.

 

      

03:53 MESZ

 

04:03 MESZ

 

04:20 MESZ Beginn der Totalität