Atmosphärische Erscheinungen

Alles was in unserer Atmosphäre vorkommen kann: Polarlichter, Halo-Erscheinungen, Nebensonnen, Lichtsäulen, Sternschnuppen usw.

 

 

 


 

      

   

 

 

 

 

Teil eines Zirkumhorizontal-bogen 6.7.2016

 

Regenbogen 31.12.2015

         

Lichtsäule bei Sonnenuntergang (f:34mm)

 

Lichtsäule bei Sonnenuntergang (f:55mm)

 

Nebensonne am 9. September 2008

 Polarlicht im Oktober 2001 

      

Polarlicht Frühsommer 2000

 

Gewitterblitz

 

Halobogen Frühsommer 1995

 

   

Perseide August 1996

 

Perseide August1996


Polarlichter am 6./7. April 2000

Manchmal ist man einfach zur rechten Zeit am rechten Ort! So geschehen am Abend des 6. April 2000 - es war an einem Donnerstag, lösten sich die letzten flachen Quellwolken auf, und eine sehr klare Nacht kündigte sich an. Mit ein paar Kollegen verabredete ich mich zum gemeinsamen Beobachten, nichts ahnend was uns in dieser Nacht für ein faszinierendes Himmelsschauspiel geboten wird. Da wir mit Ostwind rechneten, stellten wir unsere Instrumente am nahen Waldrand auf. Dieser diente dann -  mehr oder weniger zufälligerweise, als sehr schöne Vordergrundkulisse für die Polarlichter. Da ich immer eine geladene Kamera im Koffer habe, konnte ich das Himmelsspektakel auch noch glücklicherweise Fotografieren. Unser Beobachtungsplatz war in Süddeutschland bei 48°52' nördlicher Breite. Es ist jetzt nun schon über 14 Jahre her wenn ich diese Zeilen schreibe, aber ich kann mich an diese Nacht immer noch sehr gut erinnern, und ich werde sie auch nie vergessen - die Bilder haben sich in das Gedächtnis gebrannt!

Da wir mit dem Aufbau der Instrumente beschäftigt waren und unsere Blickrichtung eher nach Süden gerichtet war, bemerkten wir zunächst nichts. Erst gegen 22:45 Uhr als ich zufällig nach Norden schaute, viel mir ein rötliche Leuchten am Nordwesthorizont mit einem Strahl der Steil in den Himmel ragte auf (Bild 1). Im ersten Augenblick dachten wir an einen Skybeamer, bzw. an einen Großbrand. Schnell wurde uns aber klar, dass dies Polarlichter sind. Fasziniert und begeistert schauten wir uns die Polarlichter an, die mal intensiver und wieder schwächer wurden (Bild 2 und 3). Zeitweise waren auch vorhangartige Strukturen zu sehen, in denen auch etwas Bewegung war (Bild 4). Gegen Mitternacht ebbte die Aktivität ab und wenig später war der Nord -und Westhimmel wieder dunkel. Wir freuten uns alle, dieses Naturschauspiel gesehen zu haben und wendeten uns wieder unseren Teleskopen zu - jedoch behielten wir den Nordhimmel im Auge.

         

Bild 1

 

Bild 2

 

Bild 3

 

Bild 4

Gegen 1 Uhr flammte die Polarlicht-Aktivität plötzlich wieder auf - und jetzt ging es erst richtig los! Was sich nun am Himmel abspielte, ist kaum in Worte zu fassen - man muss es mit eigenen Augen sehen. Es war unglaublich: der ganze Nordhimmel bis zum Zenit hinauf war knallrot (Bild 5)! Nun waren auch im Nordosten Polarlichter zu sehen, und auch wieder sehr helle im Nordwesten (Bild 6 und 7). Überall waren Strukturen, die Farben waren rot, orange, grün, sowie weiße Strahlen. Man wusste gar nicht wo man hinschauen sollte. Innerhalb weniger Sekunden entstanden im Zenit und darüber hinaus  mehrere hell aufleuchtende weiße Strahlen die Kometenschweife ähnelten, ein Teil flackerte sogar kurz hin und her (Bild 8). 

         

Bild 5 Norden

 

Bild 6 Nordosten

 

Bild 7 Nordwesten

 

Bild 8 Strahlen im Bootes

Immer wieder leuchteten im Nordwesten Polarlichter mit intensiv hellen Strahlen auf, blieben einige Sekunden und verschwanden wieder. Dies zeigt Bild 9 am eindrucksvollsten, das zugleich auch die schönste Aufnahme ist. Wir kamen aus dem Staunen gar nicht mehr heraus welch ein "Feuerwerk" an Farben und Formen sich über unseren Köpfen abspielte! Zeitweise waren die Polarlichter so hell, dass wir unseren eigenen Schatten am Boden sehen konnten. Die Nordlichter dehnten sich immer weiter am Himmel aus, selbst über den Zenit hinaus bis in das Sternbild Löwe - der 40° hoch im Westen stand, bemerkte ich noch ein rötliches Glimmen! Ich hielt auch da mit der Kamera drauf das das Bild 10 zeigt. Abbildung 11 zeigt den Großen Wagen der ebenfalls in Rotes Licht getaucht ist.

      

   

Bild 9 - die schönste Aufnahme

 

Bild 10 Polarlichter auch im Löwen

 

Bild 11 Großer Wagen

 

Bild 12 Polarlichter werden schwächer

Um 2:40 Uhr wurden die Nordlichter deutlich schwächer (Bild 12), nur die Strahlen im Zenit - die immer noch da waren, waren noch gut zu sehen. Gegen 3 Uhr kam nochmals im Nordwesten und Nordosten ein leicht rötliches Leuchten zum Vorschein. Um 3:15 Uhr war von Polarlichter nichts mehr zu sehen, und der Himmel war wieder dunkel. Verursacht hat diese Polarlichter ein koronaler Massenauswurf der einige Tage zuvor aus der Sonne ausgestoßen wurde und die Erde direkt traf.

Für mich war dies das eindrucksvollste Erlebnis von dem was man da oben am Himmel sehen kann. Selbst die großen Kometen Hale-Bopp 1997 und der höchst beeindruckende Hyakutake 1996 konnten "getoppt" werden.

Die Aufnahmen sind Scans vom Dia. Die Originaldias zeigen noch etwas mehr an Details und Strukturen, sowie bessere Farben.

Nachfolgend noch weitere Aufnahmen, die die rasche Veränderung der Polarlichter zeigen sollen. Die Aufnahmen sind zum Teil in kurzen Zeitabständen nacheinander aufgenommen worden.

      

Nordwesten

 

Nordwesten

 

Nordwesten

 

      

Nordwesten

 

Nordwesten

 

Nordwesten

      

Norden

 

Nordwesten

 

Strahlen im Herkules, Krone und Bootes